Genetische Defekte – Erbfehler beim Hund – Krankzucht – Qualzucht

Der Oberbegriff ist Rassendisposition. Gemeint ist die Veranlagung einer Rasse bestimmte Erkrankungen mehrfach auszubilden.

Bisher kennen wir 450 Erbfehler beim Hund und es ist noch kein Ende in sicht.

Wie der Wolf zum Menschen kam ist jedem bekannt, dass muss ich hier jetzt nicht weiter vertiefen. Dem folgend, gab es erste Zuchtversuche aus welchen die Spezifikationen der Rasse erkannt, genutzt und festgesetzt wurden. Wir bezeichnen diesen Vorgang gerne als Intensivzucht. Intensivzucht ist darauf aus gewisse Merkmale von gewissen Tieren maximal zu züchten. Genau durch solche Intensivzuchten ist es zwar gelungen eine breite Palette an Rasseb für den Menschen anbieten zu können, doch hinter den Kulissen wurden genetische Defekte unter den Tisch gekehrt.

Das soll heißen, dass Hunderassen auf ihr Maximum hinaus experimentell verbessert werden sollte um eine sogenannte Reinheit zu gewährleisten. Diese Maximierung führte in der Intensivzucht zu immer mehr genetischen Defekten.

Kurz erklärt kann man sagen, dass zwei Ekterntiere mit einem genetischen Defekt, diesen auch rassenintern an die Nachkommen weitergeben. So entstanden Rassenspezifische genetische Defekte, welche in einigen Rassen gehäuft auffinden kann. Man muss kein Experte sein um genetische äußerliche Defekte zu erkennen. Verkrüppelungen und Missbildungen waren das täglich Brot der Züchter.

Der Oberbegriff ist Rassendisposition. Gemeint ist die Veranlagung einer Rasse bestimmte Erkrankungen mehrfach auszubilden. Wer jetzt meint, sein Hund vom Züchter sei kerngesund, dem sei gesagt das einige genetische Defekte erst später auftreten oder gar eine Generation übersprungen haben. Gentests sollten Abhilfe schaffen für Züchter.

Auflistung bekannter genetischer Defekte -Erbfehler beim Hund

Syringomyelie: Verschiedene Hunderassen, insbesondere aber Kavalier King Charles Spaniel weisen eine Schädelmissbildung auf. Die Gehirn-Rückenmarks-Flüssigkeit (Liquor) kann dann nicht frei zirkulieren, wodurch sich die Druckverhältnisse verändern. Folgen sind starke Schmerzen und Juckreiz im Kopf- und Halsbereich. Quelle: Anicura.de

ED: Die Ellbogengelenkdysplasie (ED oder Ellbogendysplasie) beinhaltet mehrere wachstumsbedingte Erkrankungen des Ellbogengelenkes beim Hund. Sie ist, ähnlich wie die Hüftgelenkdysplasie, erblich. Sie führt – je nach Erkrankung und Ausprägung – zu einer leichten bis schweren Lahmheit und zur Ellbogenarthrose. Quelle: kleintierspezialisten.de

HD: Eine Hüftgelenk-Dysplasie (HD) beim Hund ist eine Fehlentwicklung des Hüftgelenks. Der Oberschenkel-Kopf liegt nicht ausreichend tief in der Hüftpfanne und ist locker. Das Hüftgelenk renkt sich dadurch teilweise oder komplett aus (Subluxation, Luxation). Quelle: tiermedizinportal.de

Brachyzephales Atemwegssyndrom: Zu den brachycephalen Rassen gehören Französische Bulldoggen, Möpse, Englische und Amerikanische Bulldoggen, Boston Terrier,  Boxer, Cavalier King Charles Spaniels, Pekinesen, Lhasa Apsos, Pinscher, Perser Katzen und Scottish Fold Katzen, um nur einige zu nennen. Quelle: tierklinik-hofheim.de

Portosystemischer Shunt: Der Lebershunt ist eine angeborene oder erworbene Lebergefäßmissbildung, die zwar primär nichts mit dem Gehirn zu tun hat, indirekt durch den Verlust der normalen Leberfunktion und der Ansammlung von toxischen Substanzen im Blut aber zu neurologischen Symptomen führen kann. Quelle: uni-giessen.de

MDR1: Beim MDR1-Defekt handelt es sich grob gesagt um einen Gendefekt bei bestimmten Hunderassen, welcher eine Medikamentenüberempfindlichkeit gegenüber bestimmten Arzneimitteln verursacht. Die Abkürzung MDR steht hierbei für Multiple Drug Resistance, was bedeutet, dass der Hund im Gegensatz zu gesunden Hunden nicht die Möglichkeit hat das „Multidrug-Resistance-Protein 1“ zu bilden, welches dafür sorgt, körperfremde Stoffe wie Arzneimittel aus dem Körper heraus zu transportieren. Quelle: barf-alarm.de

Aortenstenose: Erbliche Herzkrankheit bei großen Rassen. Ursache sind meist von Geburt an verengte Aortenklappen des Herzens.

Brachycephales Syndrom: Hunde die deformiete Schädel besitzen (zu klein, zu groß, zu breit) wie zum Beispiel Möpse, werden als brachycephal bezeichnet. Da dieses in einigen Zuchten als Zuchtziel gilt, kann man hier problemlos von Qualzucht sprechen.

Degenerative Myleopathie: Rückenmarkserkrankung die fortschreitet wobei die rückenmarksbahnen abgebaut werden. Diese Erkrankung kann nur hinausgezögert werden.

Diabetis mellitus: Zuckerkrankheit Typ1. Es wird kein Insulin produziert.

Dialative Kardiomypathie: Herzmuskelschädigung – insbesondere große Rassen

Epilepsi: Bekannter ist die idiopathische Epilepsie – Nicht heilbar

Exokrine Pankreasinsuffienz: Störung der Proteinverdauung durch Absterben der Zellen in der Bauchspeicheldrüse. Deutsche Schäferhunde sind vermehrt betroffen. Heilbar

Hämolytische Anämie: Rote Blutkörperchen werden vom eigenen Immunsystem zerstört. Autoimmunkrankheit! Höchstalter wird von betroffenen Tieren meist nicht erreicht.

Morbus Addsion: Ebenfalls eine Autoimmunkrankheit.Betroffen ist die Nebennierenrinde des Hundes. Hormonarmut als Symptom möglich.

Morbus Cushing: Überproduktion von Cortison durch Störungen der Hirnanhangdrüse oder Tumore.

Patellaluxation: Fehlstellung der Kniescheibe bei Miniaturrassen.

Progressive Retina Atrophie/ erbliche Katarakt: Erblind möglich durch Netzhautablösung. Der erbliche Katarakt ist gleichzusetzen mit dem „Grauen Star“.

Spondylose: Abbau der elastischen Elemente wie Bänder und Sehnen. Skeletterkrankung, kann bis zur Versteifung in der Wirbelsäule wachsen.

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