Juli 8, 2020

Paradoxhound

Frei – Neutral – Unabhängig

Harmonie ohne Selbstbetrug

Unter diesem Beitrag seht ihr einen Auszug meines Facebookkommentars zu einem Beitrag von CANIS über Bestrafungen in der Hundeerziehung. Mein Kommentar befasst sich mit diesem Artikel in gekürzter Form.

Wie oft hört man von dieser perfekten Harmonie zwischen Mensch und Tier. Wie von selbst scheinen sich beide perfekt zu ergänzen und kein böses Wort oder anderer Tadel muss erduldet werden. Diese Harmonie ist bezaubernd und jeder möchte sie erlangen.

Nun die Antwort zu dieser vorgespielten Harmonie ist, dass diese Blödsinn ist und nur in den Köpfen der Menschen existieren soll, damit diese auch ja viel Geld ausgeben um genau diese unerreichbare Harmonie zu erreichen. Es werden DVD´s und Hefte verkauft. Ganze Youtube Kanäle sind voll mit diesem harmoniedreckgelüge. Doch die Verbraucher konsumieren unaufhörlich diese breitgekaute und ausgewaschene Geschichte der perfekten Harmonie.

Wenn diese durchharmonisierten Personen doch bitte einem Nashorn erklären könnten, dass es doch bitte das Fahrzeug in Ruhe lassen solle. Aber bitte meine Damen und Herren. Immer fein auf die Tonart achten und bloß nicht grob werden oder gar böse werden. Alles mit Harmonie. War das nicht mal der Melitta Slogan für Kaffee, welcher schmeckt wie Abwaschwasser? Harmonie Papa …^^.

Kommen wir mal zum Punkt und Grund dieses Beitrages. Die meisten haben eh schon weggeklickt, weil sie sich erwischt fühlen oder fanatistische Harmonisierer sind, welche mit Eitidei und Feinifeini die Welt sanfter machen wollen. Ein gewisser Teil neugieriger Leser bleibt ja zum Glück immer erhalten. Auch wenn diese gar keinen Hund haben, lesen sie artig mit 😉 Danke dafür <3 dickes Harmonieherzchen *kotz


Harmonie als Begriff

Fangen wir damit an das Wort *Harmonie* zu erklären. Dazu benutzen wir das Internet (Also alle anderen Seiten außer dieses blaue F) und fragen Wikipedia mal was es darüber zu lesen gibt.

Auszug Wikipedia:

Neben dieser methodologischen Funktion des Begriffs der Harmonie und seiner nahezu theoretischen Unbrauchbarkeit in den Naturwissenschaften kommt ihm jedoch in jenen Wissenschaften eine positive theoretische Funktion zu, in denen die Subjekt-Objekt-Dialektik selbst Gegenstand der Wissenschaft ist, in denen Werte und Normen als Faktoren der vom Menschen gestalteten oder zu gestaltenden Objekte untersucht werden.

Harmonie bedeutet dann vor allem, Gestalt und Funktion aller Teile eines Ganzen so abzustimmen, daß die Funktion der jeweils anderen Teile und vor allem die Funktion des Ganzen maximal befruchtet werden.

Heute hat der Begriff der Harmonie seine Relevanz in der Ästhetik, den Kunstwissenschaften (Musik, Baukunst, Malerei), in der Pädagogik (die allseitig entwickelte Persönlichkeit) u. a. Quelle: Wikipdeia.de

Nachdem wir nun diese Grundlage der Harmonie erlernt und verstanden haben, müssen wir uns nochmal die oben aufgeführte Themenfrage stellen. Können wir zusammen mit unserem Hund in Harmonie leben? Sie können dies gerne für sich selbst beantworten oder schreiben uns ihre Antwort unter diesen Beitrag in das Kommentarfeld. So können wir gemeinsam ins Gespräch kommen.

Was ist es also was uns als Harmonie mit dem Tier (Hund) verkauft werden soll. Im Zusammenleben mit einem Hund ist damit gemeint, dass wir zufrieden sind und glücklich, da alles läuft wie gewollt, ohne großen Groll gegen etwas zu hegen. Wir bezeichnen Harmonie als fehlerfreies Zusammenleben mit dem Tier, wobei jeder seine Freiheiten und Grenzen kennt und diese befolgt.

Nun kommt der Kackpunkt an der ganzen Harmonie-Story. Wenn es uns zufrieden und glücklich stimmt, dass das Tier seine Grenzen und Regeln kennt, müssen wir ihm/ihr diese erst vermitteln. Alles andere würde zu einer Katastrophe führen. Unkontrolliertes Verhalten in der Wohnung oder Öffentlichkeit ist bei niemanden gern gesehen. Ein Verhalten das nicht korrigiert wird, verstärkt sich. Denn wenn die Grenze erst einmal überschritten ist, wird auch die dafür vorgesehende Regel hinfällig. Fachleute reden hier gerne von Graustufen. Ich behalte mir mein Ampelsystem bei.

Ampelsystem

Wer einen Führerhschein hat, kennt diese Regel sehr gut. Grün heißt fahren, Gelb heißt Achtung und Rot steht für Halt! Dieses einfache System auf die Hundeerziehung umzudenken ist recht einfach. Alles was funktioniert und erwünscht ist, befindet sich im grünen Bereich. Der Verkehr läuft also und die Welt ist wunderschön.

Fängt der Hund an ein unerwünschtes Verhalten zu zeigen, so befinden wir uns im gelben Bereich. Nun ist es an der Zeit, das Achtungszeichen zu gebrauchen. Der eine mag lieber Sichtzeichen wie Finger hoch, der andere benutzt lieber Hörzeichen wie Zischlaute. Teilweise auch beides. Wurde Achtung gegeben, verlassen wir den gelben bereich und lassen den Verkehr wieder fließen. Kennen wir auch von Baustellen, gelbe Schilder mit Blinkleuchten. Sobald man daran vorbei kommt, ist alles wieder okay.

Wird das Achtungszeichen missachtet, schalten wir gleich auf Rot. Rot wie wir unmissverständlich wissen, heißt immer Halt! Es gibt keine Tolleranzen oder anderes, was von diesem Signal abweicht. Rot heißt halt und dieses muss auch ihr Hund verstehen können. Bei Rot brauchen wir keine Zischlaute oder Eitidei Spiele. Rot heißt halt! Und ja, sie dürfen in diesem Signalzustand ihren Hund auch Tadeln und Rügen.

Hierbei ist zu erwähnen, dass man öfter auf den Straßen sieht wie Hundehalter sich ständig im roten Bereich aufhalten. Diese schalten nicht mehr zurück auf grün. Es wird ein Spiel zwischen Gelb und Rot. Achtung – Halt – Achtung – Halt. Stellen sie sich das mal auf einer Straße vor. Wie fließt der Verkehr? Merken sie, wie einfach das Ampelsystem ist? Oder fällt es ihnen schwer drei verschiedene Phasen einzubringen.

Es soll ja Menschen geben, die ständig im grünen Bereich unterwegs sind und immer den Verkehr fließen lassen. Genau diese Menschen sind die Harmonievertreter. Es wird der Verkehr einfach fließen gelassen, ohne Rücksicht auf etwas. Weder Baustellen, noch Hindernisse oder irgendetwas. Im Umgang mit dem Hund heißt das, dass diese Besitzer einfach ignorieren was um sie rum passiert. Der Hund springt an der Leine GRÜN! Der Hund zerrt an der Leine GRÜN. Der Hund greift Kinder an GRÜN! ….

Beispiel Natur und Wolf

Greifen wir uns mal die Natur als Beispiel. In der Natur unter Lebewesen gibt es immer das Ampelsystem. Es wird gewarnt und dann folgt die Reaktion. Der Wolf muss nun auch als Beispiel her halten um diesen Gedanken zu Ende zu führen. MuttiWolf und BabyWolf gehen spazieren. MuttiWolf wird von BabyWolf geärgert. MuttiWolf gibt körpersprachlich bekannt, dass dieses Verhalten unerwünscht ist und schaltet von Grün auf Gelb um. BabyWolf noch voll trübe inna Rübe, kennt dieses Ampelsystem nicht und macht weiter. MuttiWolf schaltet auf Rot und gibt durch Korrektur bekannt, dass es HALT! bedeutet und schaltet wieder auf Grün. BabyWolf weiß nun, dass nach Gelb auch Rot folgen kann und bleibt daher lieber zwischen Grün und Gelb. Da auch Wölfe in Rudeln leben und Familientiere sind, wird meist der grüne Bereich eingehalten, mit Ausnahmen 🙂

Ich habe das jetzt so einfach wier möglich umschrieben, weil es da draußen viele verfacebookte Menschen gibt, welche einem aus jedem Satz nen Strick drehen müssen. Damit diese Gattung des Homus Tippicus Facebookius, nicht zu viele Gehirnzellen anstrengen muss, habe ich eine verständliche Wortwahl gewählt. Ich habe gerade leider keine großen Grafiken mit dicken Überschriften zur Hand. Fragen sie doch mal bei der Bild*Zeitung nach, die kennen sich damit aus. Immerhin ist ja die böse Bild*Zeitung blöde und scheiße und darf nicht gelesen werden, weil man dann seine Potenz verliert. Aber solange das in großen Bildern mit großen Brüsten* sorry Überschriften gezeigt wird, auf Facebook stimmt es auch. Wehe wenn nicht, gibt nen bösen Smiley oder nen Hasskommi, ich schwöre !!11

Grün grün grün sind alle meine Stimmungszustände

Wer sich der Harmonielüge hingibt und versucht vergeblich diese zu erreichen, wird schnell merken das es so nciht funktionieren kann. Es muss immer ein Gleichgewicht aus Lob und Tadel vorhanden sein. Man kann nicht nur Loben und hoffen das alles gut wird. Wenn Fehler passieren ( und das werdne sie) muss es auch erkennbar sein, dass es ein Fehler ist. Der Hund muss die Möglichkeit haben zu erkennen und zu verstehen, das es unerwünscht war. Der Hund braucht diese Verständlichkeit von ihnen. Genau vom Besitzer des Hunde, dem anderen Ende der Leine. Diese dauergrünen Leuchten, haben auch für alles eine Begründung oder Erklärung. Wenn eine Verharmlosung des Erziehungsverlustes mit ;“Das ist weil,“ anfängt, brauchen sie gar nicht mehr zuhören. Ganz beliebt bei mir sind dann diese Menschen, welche anfangen ganze Sätze und Konversationen mit ihrem Tier zu führen. :“Du sollst doch nicht habe ich dir doch schon hundert mal erklär mein lieber kleiner wuffiwuffi“.

Top drei Sätze sind:

  1. Das hat er noch nie gemacht
  2. Der will nur spielen
  3. Ich war schon bei einem freiberuflichen Hundeflüsterer den ich für wenig Geld bei Ebay Kleinanzeigen gefunden habe

Öffentliches Straßenland und öffentliche Verblödung

Wenn wir mit unserem Hund in der weiten Welt da draußen unterwegs sind und der Hund macht aus welchen Gründen auch immer einen Fehler, müssen wir diesen Korrigieren um die Wiederholung dessen zu minimieren. Doch wie macht man das jetzt am besten? Wenn wir lauter werden, misshandeln wir den Hund. Wenn wir uns aufregen, misshandeln wir den Hund. Wenn wir an der Leine ziehen, misshandeln wir den Hund. Wenn wir diesen „Sitz“ oder „Platz machen lassen, zwingen wir diesem armen und zerbrechlichen Wesen dazu, gegen unseren Willen eine Zwangshandlung zu vollziehen!

So lustig sich das auch schreiben lässt, es ist eine gottverdammte, verfickte Tatsache, dass man keine Fehler korrigieren darf ohne das eine „Tierschützer“ welcher bei Facebook drei Postings am Tag teilt, aus der Hecke gesprungen kommt und mit seiner Tierschutzbibel dir die Fresse poliert. Gleichzeitig sollen aber alle Hunde liebt, brav, höflich, zuvorkommend ….. sein. Ohne Zwang und Korrektur blablabla. Liebe Tierschutzhundehalter die ohne Zwang ihren Hund halten. Wenn sie diesen in ihrer Wohnung halten, um sich belustigen zu lassen, weil sie keine Interaktionen mit Menschen auf die Kette bekommen, ist es schon Zwang. Fertig!

Zurück zur Harmonie und wie man einen harmonischen Zustand erreicht

Wer den Abschnitt mit dem Ampelsystem verstanden hat, kann nun hier meine Erziehungsgrundlage erlernen. Ich habe diese im Zeitalter der Abkürzungen R.V.V getauft.

R.V.V steht für Respekt – Verantwortung – Vertrauen

Drei Grundpfeiler welche für einen harmonischen Umgang oder ein harmonisches Zusammenleben unumgänglich sind.

Respekt den Tier gegenüber – Vermeidung von Leid und erfüllung seiner Bedürfnisse

Verantwortung in seine Eigenschaften, Vererbungen und Grundlagen

Vertrauen in das Wesen des Hundes, welcher nichts tut um dir zu schaden

Ein kluger Mann sagte öfter den Satz :“Ein Hund kann nur das was er kennt“ Wen es interessiert, dieser Mann war Bodo Hause. Ich lernte ihn als Leiter der Ausbildungseinheit „Diensthundeführer-IHK“ kennen.

Somit ergibt sich der Schluss, dass ein Hund nicht absichtlich Fehler macht, er kennt nur das richtige erwünschte Verhalten nicht. Wenn wir uns dem Tier gegenüber respektvoll verhalten, unseren Verantwortungen gerecht werden und Vertrauen in den Hund haben, steht einer harmonischen Bindung beider nichts im Weg.

Unter diesem Beitrag seht ihr einen Auszug meines Facebookkommentars zu einem Beitrag von CANIS über Bestrafungen in der Hundeerziehung. Mein Kommentar befasst sich mit diesem Artikel in gekürzter Form.

Auszug:“Dabei werden Begrifflichkeiten auf lerntheoretischem Hintergrund erklärt und begründet, warum Hundeerziehung ohne Bestrafung nicht möglich ist und dass Bestrafung richtig dosiert eingesetzt, nichts Schlimmes, sondern für sozial lebende Lebewesen wie Hunde ganz normal ist, vielleicht sogar notwendig.


Auszug und Korrektur:

Harmonie zwischen Mensch und Tier resultiert aus r.v.v. Respekt Verantwortung Vertrauen. Diese drei Grundlagen erhält man aus pflichtbewusster Erziehung und zu dieser gehören Lob und Strafe dazu um Grenzen und Regeln festzulegen. Es gibt keinen anderen Weg zur Harmonie.

Als Harmonie wird das stressfreie und fehlerfreie Zusammenleben beider bezeichnet. Harmonie ist nicht wie verbreitet, das Nichtstun samt ignoration sämtlicher Grundlagen, Vererbungen und Eigenschaften. Harmonie in der Hundeerziehung ist heutzutage das zwanghafte verneinen von Korrektur und Disziplinierung aus Angst die erdachte Harmonie zu verletzen.

Ein Hund der immer das bekommt was er will und wann er will ist nicht harmonisiert mit dem Menschen, sondern lebt die angeborene Fähigkeit aus, zu gefallen solange er bekommt was ihm gefällt. Auf längere Zeit reagiert der Hund stärker auf Nichterfüllung dieses ausgesprochenen Privileges

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