Juli 8, 2020

Paradoxhound

Frei – Neutral – Unabhängig

Einer Kastration ist abzuraten, da jeder Eingriff und jede unnötige Eingabe von Medikamenten große Probleme hervorrufen kann, welche bis zum Tod führen können.

Ergänzung zum Beitrag über Erbkrankheiten bei Hunden durch Intensivzucht oder Qualzucht.

Da der oben genannte Beitrag nur eine kurze Auflistung erhielt über allgemein bekannte genetische Krankheiten, möchten wir in diesem Beitrag weiter ins Detail gehen.

MDR1-Defekt

Zusammenfassend kann man sagen, dass es sich um eine Arzneimittelunverträglichkeit handelt. Mesit aufzufinden bei den Rassen der Collies.

Auffällig waren in den 1990er Jahren Hunderassen, die Überreaktionen zeigten gegenüber einigen Arzneistoffen. Enorm waren diese Überempfindlichkeiten vor allem bei Ivermectin, bei den Collies.

Diese Unverträglichkeit geht soweit, dass bei Behandlung mit Arzneimitteln immer mit Nebenwirkungen zu rechenen ist. Wenn nicht sogar im schlimmsten Fall, mit dem Tod.

MDR1 ( multidrug-resistance ) bezeichnet ein Protein welches Anteil an der Blut-Hirn-Schranke hat. Mit diesem werden diverse Substanzen, Arzneimittel und andere Chemikalien aus den Gehirn ferngehalten.

Sollte sich dieses Protein nicht richtig bilden können, so können auch die oben genannten Substanzen ungehindert ins Gehirn vordringen. Problematisch ist dann auch die Verbreitung über andere Organe, zum Beispiel die Leber.

In ihrer Veröffentlichung in der Zeitschrift Pharmacology im Jahr 2001 berichtetenKatrina Mealey und Kollegen über die IvermectinEmpfindlichkeit von Collies und die Entdeckung einer Mutation im MDR1-Gen.Im 4. Exon fanden sie eine Deletion. An Position 230 fehlen 4 Basen. Wären es 3 gewesen, so wäre es möglicherweiseohne jegliche Konsequenz gewesen. In einem so großen Eiweißmolekül wäre eine Aminosäure weniger verbaut gewesen. Vermutlich hätte das weder die räumliche Ringstruktur, noch die physiologische Funktion beeinträchtigt. 4 Basen aber sind der

Quelle: TG Tierzucht und angewandte Genetik GießenDer MDR1-Gendefekt beim Collie und bei verwandten RassenDr. Reiner Beuing

Betroffene Hunde

Zum Schutz betroffener Hunde, bedarf es einer großen Palette von Vorsichtsmaßnahmen. So dürfen diese Hunde auf keinem Fall einer ganzen Liste von Arzneistoffe nausgesetzt werden.

Auch bei Spaziergängen ist immer Vorsicht geboten, denn diese Hunde dürfen keine Pferdeäpfel oder andere Hinterlassenschaften von Tieren fressen. Genauso wie Hundebsitzer aufpassen müssen, dass ihre Hunde nicht aus Gewässern oder Pfützen trinken.

All diese Vorsichtigkeit ist notwendig bei betroffenen Hunden, da die gängignen Medikamente nicht verarbreicht werden dürfen. Hierbei besteht zum Teil erhöhte Lebensgefahr.

Wer dennoch schnelle Hilfe benötigt, sollte darauf achten das der Hund folgende Wirkstoffe nicht verabreicht bekommt.

Den Hunden mit diesem Defekt, ist nicht äußerlich anzusehen das sie diesen haben. Man kann also nicht sehen ob der eigene Hund Träger dieser Mutation ist. Zu beachten ist, dass es auch nicht als Allergie zählt und somit nicht veränderbar durchs Futter ist.

Betroffene Rassen

  • Collies LH/KZ/Border Collies
  • American Collie
  • Shelti
  • Bearded Collie
  • Wäller
  • Weißer Schäferhund
  • Bobtail
  • Deutscher Schäferhund
  • Australien Shepard
  • Shetland Sheepdog
  • English Shepard
  • Longhaired Whippet
  • Silken Windhound
  • MacNab
  • Old English Sheepdog
  • Hütehunde Mischlinge der og. Rassen

Überempfindlichkeit erkennen

Nur ein Gentest kann ihnen Gewissheit geben, ob ihr Hund betroffen ist. Achten sie bei jeder Gabe von Arzneimitteln oder anderen alltäglichen Situationen auf Symptome wie

  • Bewegungs oder Koordinationsstörungen
  • Zittern
  • Benommenheit
  • Erbrechen
  • Desorientiertheit
  • Speichelfluss (vermehrt)
  • Abgabe von Urin (vermehrt)

Tiernotdienste

Sollten eines dieser oben genannten Symptome auftreten oder mehrere gleichzeitig, zögern sie nicht lange und ziehen einen Tierarzt zu Rate. In besondern schwierigen Fällen, können tierärztliche Notdienste helfen.

Tiernotrettung Berlin- Brandenburg

https://www.tierrettungberlinbrandenburg.de/

MDR1 Defekt im Gentest

Um den Genotyp des Hundes bestimmen zu lassen, gibt es einen Gentest. Dieser gliedert sich in drei Möglichkeiten.

  • MDR1+/+ Hund ohne Gendefekt
  • MDR1 +/- Vererbung des Defekts durch einen Elternteil // Merkmalträger – frei von Symptomen – vererbt Analge weiter
  • MDR1 -/- Vererbung durch beide Elternteile // Von Mutation betroffen

Kauf eines Hundes

Seriöse Züchter geben durch Testergebnisse bekannt, ob der gekaufte Hund oder dessen Eltern betroffen sind oder welcher der drei Möglichkeiten der Hund hat. Wenn die Elterntiere +/+ sind, bedarf es eigentlich keiner Tests. Sollte aber +/+ und +/- bei den Eltern festgestellt werden, so ist der Hund zwar nicht direkt betroffen, aber gezüchtet werden sollte mit diesem Hund nicht mehr.

Einer Kastration ist abzuraten, da jeder Eingriff und jede unnötige Eingabe von Medikamenten große Probleme hervorrufen kann, welche bis zum Tod führen können.

Tierarztbesuche

Auch ein Tierarzt, kann in ihren Hund nicht hinein schauen. So ist es wichtig, bei einem neuen Tierarzt immer auf auf den Gendefekt hinzuweisen. Wenn sie durch den Züchter erfahren haben, dass es möglich sein kann, so lassen sie einen eigenen Gentest für ihren Hund anfertigen.

Wirkstoffkategorien

Die oben bezeichneten gefährlichen Wirkstoffe werden in drei Kategorien gegliedert.

  • K.1 – alle Wirkstoffe für die Vergiftungserscheinungen wissenschaftlich belegt sind.
  • K.2 – Interaktionen mit dem MDR-1 System bestätigt in Laboren bei Tierversuchen und Zellkulturen. Bisher mehr als 100 Wirkstoffe welche in gesonderter Dosierung dem Hund zugeführt werden können.
  • K.3 – Sichere Wirkstoffe ohne Auffälligkeiten. Zum Beispiel: Präparate wie Stronhold Spot-on (enthält Selectamin); Advocate Spot-on (unter anderem Moxidectin); Milbemax Tabletten (enthält unter anderem Milbemycinoxim)

Trotz der Kategorie 3 Einstufung, sollten diese Wikstoffe und Präparate nur laut Weisung gegeben werden. Die richtige Dosierung ist hier besonders wichtig. Notfalls ist Tierärztlicher Rat einzuholen.

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